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Einmal Weltmeister bitte

Sonntag 22. Juli 2018. Jan Rohrer, achtzehn Jahre alt, wird im italienischen Ivrea erster Juniorenweltmeister in der jungen Disziplin »Kayak-Cross«. Der Basler Ausnahmesportler überquert die Ziellinie des Canoe Slalom Extreme Finals – es wird wie beim Snowboardcross zu viert gestartet – mit einem klaren Vorsprung auf seine drei Mitfinalisten.

Genau das gelang ihm, kurz nachdem er im Halbfinal des regulären Slaloms – da wird einzeln gestartet – bei der Zwischenzeit noch vor der Konkurrenz lag, sich jedoch durch einen technischen Fehler den Einzug in den Endlauf verpatzte. Eine herbe Enttäuschung in einem realisierbaren Traum. Und trotzdem steht er kurz danach als ein Weltmeister auf dem Podest.

»Die gemeinsame Arbeit an meiner Haltung hat mir meine Fähigkeiten bewusst gemacht und mich in meiner Überzeugung und meinem Selbstvertrauen gestärkt. Es wurde mir wieder klar, wieso ich eigentlich mache, was ich hier mache: Spass! Die unbändige Lust aufs Paddeln ist mein natürlicher Schub und darauf kann ich jederzeit zugreifen. Das genaue Betrachten und Auflösen des Konzepts ‘Versagen’ im Vorfeld gab mir die notwendige Gelassenheit und den effektiven Umgang mit Frustration. Und jetzt Gold an einer Weltmeisterschaft. Genial!«

Jan ist Spitzensportler und das kommt nicht von ungefähr. Seine Mutter, in ihrer Aktivzeit WM-Bronce-Medaliengewinnerin im Abfahrtsboot, sein Vater Lehrkraft an der Eidgenössische Hochschule für Sport in Magglingen und selber begnadeter Kajak-Instruktor mit eigenem Boot- und Zubehör-Unternehmen, sowie Jan’s zwei Jahre jüngerer Bruder Pitt, schon heute ebenso unübersehbar präsent im Schweizer Kanusport, bilden seine natürliche, ihn motivierende Basis. Dazu kommt ein ideales Trainingsumfeld, kompetente Trainer des Schweizerischen Kanu Verbandes und vor allem eine Selbstverständlichkeit im Umgang mit dem Sport selber. Es gab niemals Zwang und Erwartungen seitens der Familie, sondern die Einladung zum Spiel. Sich messen bedeutete von Beginn an die bewusste Auseinandersetzung mit der Materie und ein gesunder Respekt gegenüber der Natur. Der Wettkampf gegen andere blieb gemeinsames Spielen und Spass – gepaart mit stetig wachsendem, natürlichem Ehrgeiz.

Jan hat bereits alles, was es zur erfolgreichen Meisterschaft braucht. Trotzdem macht es unglaublich Freude und auch stolz, den jungen Athleten auf seinem Weg begleiten zu dürfen und ihn mittels »Haltungsturnen für den Kopf« fit zu halten.

Herzliche Gratulation zum ersten WM-Titel!

 

gold Jan Rohrer_Ivrea 2018

 

 

Canoe Slalom Extreme Finals 2018, Ivrea (I)

Coaching

Haltungsturnen für den Kopf

 

 

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