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Rubrik:Tat-Sachen

»Wer hat’s erfunden?«

SchMeis – die Erste, Schweizer Meisterschaft im Handy Weitwurf

Einem Marketing-Experten Marketing zu erklären, ist etwa so sinnvoll, wie Mobil-Telefone als Wurfkörper zu verwenden. Gar nicht. Oder etwa doch? Bei den Mobil-Telefonen weiss ich es inzwischen: es macht durchaus Sinn.

Für wortkarg.ch »SchMeis – die Erste« zu lancieren, hat dem Unternehmen vor Ort nicht den grossen Absatz seiner Produkte ermöglicht. Dafür ist Marketing auch nicht gedacht. Als Start-up gilt es, seinen Namen und seine Philosophie zu positionieren und Menschen zu finden, die sich aus Freude und Überzeugung mit ihr identifizieren. Jemand der an etwas glaubt und davon überzeugt ist, wird den Glauben selber leben und ihn weiter tragen. Trotzdem, als Unternehmen, das »tragbare kommunikation, die reden macht« unter seinen Namen setzt, Kommunikationsmittel von sich zu werfen, mag im ersten Moment etwas befremdend erscheinen.

»Wer hat’s erfunden«? Ricola hat es uns vorgemacht. Im Falle des Handy-Weitwurfes waren es jedoch die Finnen, die den Schweizern zuvorgekommen sind. Seit sieben Jahren gibt es da die Weltmeisterschaft dieser Sportart und wir wüssten noch heute nichts davon, wäre nicht die Frontfrau Monica Schärer für das SF-Format »einfach luxuriös« darauf gestossen. Welch ideale Vorlage für wortkarg um zu beweisen, dass der Ursprung eben doch in der Schweiz liegt und gleichzeitig den Sport hierzulande »wieder« zu reaktivieren. Immerhin ist es das Ziel von wortkarg.ch, Produkte auf den Markt zu bringen, die »Eis brechen« sollen, um Menschen zu helfen, unbefangen und offen aufeinander zuzugehen. Was Besseres gibt es da, als sich mit sportlichem Einsatz von dem »Ding« zu befreien, das uns im Alltag zu Abhängigen macht – dem Handy – und dabei gemeinsam mit gleich Gesinnten darüber zu lachen?

Der Erfolg der Veranstaltung war unglaublich. Mit knapp zwei Monaten Vorlaufzeit war es uns möglich, erstaunliche mediale Präsenz zu erreichen, im Vorfeld einen erfolgreichen Trainings-Event durchzuführen und für die Schweizermeisterschaft geschätzte fünfzehnhundert Schaulustige auf den verschneiten Stoos zu bewegen. Bewertet durch ein Jury-Team mit der Mitinitiantin Monika Schärer, dem Weltmeister im Kugelstossen Werner Günthör, und der Erfinderin des Handy Weitwurfes, der Finnin Christine Lund, stellten sich hundertsechzig Werferinnen und Werfer dem Wettkampf. Schweizer Fernsehen und Tele Zürich berichteten ebenso wie etliche Zeitungen aus der ganzen Schweiz und für mich als Moderator des Events war es – zum eigenen Spass und der Belustigung aller Anwesenden – eine Herausforderung, bei laufender Meisterschaft Live-Interviews mit verschiedenen Radiostationen zu überstehen.

Marketing hat seinen Preis. Sei es die notwendigen finanziellen Aufwendungen oder die Investition von Zeit aller Helfenden. Im Falle von »SchMeis – die Erste« waren potenzielle Sponsoren skeptisch und winkten ab. Ohne eigene Überzeugung, der Hilfe von Stoos-Tourismus, speziell Barbara Bünter sowie einigen lokalen Sponsoren wäre die Durchführung nicht möglich gewesen. Ihnen gilt auch hier der Dank. Der Marketing-Effekt hat gegriffen. Handy-Weitwurf wurde zu einem Begriff, wortkarg gewann an Präsenz und spürte die Konsequenzen in der Zunahme seiner Kundschaft. Ebenso spannend sind noch heute die Nachschwingungen. Unlängst wurde ich durch das Wall-Street-Journal und eine Holländische Radiostation zu Interviews aufgefordert. Nicht selten werde ich gefragt, wann die zweite Durchführung des Events sein wird. Das wird sich weisen. Auf alle Fälle wird die Suche nach Sponsoren kein Problem mehr darstellen. Denn auch sie haben wahrgenommen.

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