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Rubrik:Tat-Sachen

»I have a dream«

Aus Siemens Metering wird Landis+Gyr

]Ein Bereich eines globalen Grosskonzerns wird von der Konzernleitung als unrentabel und abstossenswert beurteilt. Die Führungskräfte hinter dem besagten Bereich sind damit nicht einverstanden und glauben an eine erfolgreiche Zukunft, bestenfalls in wiedererlangter Eigenständigkeit. Sie fassen sich ein Herz und kämpfen um ihr weiteres Bestehen.

So könnte die Ausgangslage des ehemaligen Zählerbereiches von Siemens beschrieben werden, als ich gebeten wurde, dem Management bei der Umsetzung ihrer Vision zur Seite zu stehen.

An Absicht, Mut, Energie und auch am Bewusstsein über die wirtschaftlichen Potenziale fehlte es nicht. Der Glaube an die Vision war vorhanden, nur worüber man sich in der Euphorie noch zu wenig Gedanken gemacht hatte, war die kulturelle Vergangenheit des Unternehmens. Dreizehn Führungsgremien innert acht Jahren sind auch für die Mitarbeitenden eines traditionellen Konzerns mit hundert jährigem Bestehen zuviel. Sich als CEO in dieser Situation mit den Worten »I have a dream« an das globale Management-Team zu wenden, hätte ungewollte Konsequenzen haben können.

Als »Aussen-Seiter« war es mir möglich, auf solche und andere Gefahren hinzuweisen und notwendige Massnahmen zu veranlassen. Siemens Metering transformierte in kürzester Zeit zu Landis+Gyr. Die erfolgreiche Realisierung des bestehenden Potenzials ist schlussendlich auf das ausgelöste Umdenken der Führung zurückzuführen: es galt Glaubwürdigkeit erst sich selber und anschliessend seinem Team gegenüber unter Beweis zu stellten. So wurde beispielsweise aus besagter Ansprache vor den Global Managern »Shit happens« (but with imagination we’ll get there!).

Mein Fazit? »Machen wir uns nichts vor«, Vertrauen ist schlicht die Konsequenz des wahrlich Gelebten.

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